Stammwappen Seeau   Im Schild in Gold mit aufgehobenem Fuße ein zum Laufen geschicktes schwarzes Kamel mit zurückfliegendem rotem Zügel.

Text von 1002, der in der Abschrift von 1300 vorliegt: In Gold ein Kamel in natürlichen Farben (in qua stet camelus in coloris naturalis), verliehen für die Tapferkeit vor dem Feinde, mit rotem, heftig fliegendem Zügel (cum freno rubro in aere volante) unter einer goldenen Krone, aus welcher zwei Büffelhörner wachsen, deren Rechtes oben Gold und unten Schwarz, das Linke aber oben schwarz und unten Gold ist. Aus jedem Horn erwachsen drei Pfauenfedern in natürlichen Farben. Der Harnisch aber ist gemischt von Gold und Schwarz. Über dem Schild ist ein silberner Spangenhelm mit Medaillon und goldener, dreizackiger Krone.

 

 
Das Kamel als Wappenfigur  

1340 in der Wappenrolle von Zürich findet sich auf dem ersten Pergamentstreifen auf der Vorderseite an erster Stelle ein Wappen ohne Zuordnung zu einem Geschlecht, das dem Stammwappen der Grafen von Seeau verblüffend gleicht: In Gold ein Kamel in natürlichen Farben mit fliegendem Zügeln und als Kleinod steht auf dem Helm das Kamel. Rechts daneben folgen die Wappen Kastilien und Leon, Aragonien und Schottland. Unter dem Wappen mit dem Kamel ist wieder ein Wappen ohne Zuordnung zu einem Geschlecht: In Gold ein wachsender roter Fuchskopf mit Hals, geöffnetem Maul mit weißen Zähnen und als Kleinod der Fuchskopf.

Die Wappenrolle von Zürich ist die älteste im Original erhaltene Wappenrolle und enthält auf einem 4 m langen, 12,5 cm breiten Pergamentstreifen 559 Wappen aus Vorderösterreich, also die deutschsprachige Schweiz, Schwaben, das Elsass und das Bodenseegebiet. Der Stil, in dem die Wappen gemalt sind, sowie die bekannte Verwendungszeit der Wappen datieren die Rolle auf die Zeit um 1340. Die Fülle von Wappen aus dem Raum um den Bodensee lässt darauf schließen, dass die Wappenrolle dort angefertigt und verwendet worden ist.

Das Kamel gilt von alters her als Symbol der Unerschrockenheit, Nüchternheit, der Mäßigung und Duldsamkeit, aber auch als Allegorie für den Fernhandel und die Kontinente Afrika und Asien. Bereits in der ägyptischen, sumerischen tritt wie in der mittelalterlichen Heraldik der Cameleopard als eine Mischung aus einem Kamel und einem Leoparden auf. Er hat die Größe eines Kamels und das Aussehen eines Leoparden, zusätzlich mit zwei langen gebogenen Hörnern.

Die Teilnahme an einem Kreuzzug gilt als ein äußerst ehrenvolles und kühnes Unternehmen und so weisen viele Adelshäuser mit Wappenbildern darauf hin, wie z.B. ein Kreuz einen Löwen oder eben das Kamel. Ob zu Recht oder zu Unrecht ist natürlich fast Eintausend Jahre später kaum mehr zu klären.

Dromedare oder Kamele sind in der Heraldik eher selten. Wappen mit Kamelen führen die Geschlechter: Beck, Borromeo-Arese, Boyeldieu, Calmels de Lestiez, Calmels d'Artensac, Camelus, Camelin, Gobbi,  Caspar, Cuyper von Holthuysen, Dames, Dezirat, Dode de la Brunerie, Doguereau, Duchemin de Boisjousse (Boismorin, Baboissière), Faure, Gailhard, Gardaner, Hennequin, Joubert, Kröcher, Kug(e)lmann, Larrey, Leonhardi, Linas, Loke, Micholowski, Parent, Pflügl de Lissinetz, Pögl, Rampon, Romrée, Schmoltz, Schmoltz-Michorowski, Seeau, Styleman, Vitis, Wespin, Zäggl. Hier einige detaillierte Beispiele: 

Das Kamel im Wappen der Gobbi: Auf Silber ein himmelblaues Kamel.

Das Kamel im Wappen der Kug(e)lmann: In Feld 1 und 4 ein gekörntes ruhendes Kamel. Feld 2 und 3 Balken. Helmzier mit silbern-roten Decken ein wachsender Mann. 

Das Kamel im Wappen der Pögl: Das Stammwappen von 1521 und 1538 ein in einer goldenen Krone wachsendes Kamel mit silbern-roten Decken. 1544 und 1570 in Feld 1 und 4 das Kamel, in Feld 2 und 3 eine Spitze (Wappen der Puggl). Dieses Kamel wird in Feld 1 und 4 an die Stadl vererbt. 

Das Kamel im Wappen der Seeau: In Feld 1 und 4 auf Gold ein naturfarbenes Kamel auf grünem Rasen. In Feld 2 und 3 ein Kranz [gemeint ist wohl der See in der Au]. 

Das Kamel im Wappen der Zäggl: 1576 aus dem Dreiberg wachsend ein Kamel. 1611 wächst das Kamel aus dem Schildfuß und wird oben beiderseits von einem Stern begleitet. 

Ein Kamel im Wappen führen auch die Organisationen, Städte und Länder: Plzen, Baku (Hauptstadt Aserbaidshans), City of Stoke-on-Trent, 1696 die Company of Scotland. 1993 Eritrea, innerhalb eines Olivenkranzes ein Dromedar in natürlichen Farben, auf dem Schriftband steht der Staatsname in Englisch, Tigre und Arabisch.

 

   

1340 das Kamelwappen in der Züricher Wappenrolle

200 Jahre später das Wappen der Seeauer

Familienname   Im Schild in Grün ein länglicher silberner See als sprechendes Wappen.

1582 heißt es in der Wappenbesserung: In Grün eines „Langletten Seegestalt seiner natürlichen Wassefarb“.

Nach der legalisierten Diplomabschrift im Landesarchiv war 1558 den Seeauern das gleiche Wappen, jedoch mit einem gekrönten, geschlossenen Stechhelm, verliehen von Kaiser Ferdinand I.

 

 
   
von Cronenberg   Schild gespalten, rechts in Rot eine goldene Krone, links in Silber 4 (2, 2) schwarze Eisenhütlein.  
Schmidt von Schwarzenhorn   Schild gespalten, rechts in Gold ein gekrönter schwarzer Adler, im rechten Fang das Reichsschwert, im linken das Szepter haltend, links in Schwarz ein aufgerichteter goldener Drache mit offenen Flügeln, einen schwarzen Turban auf dem Kopfe, in der rechten Vorderkralle einen Türkensäbel mit goldenem Griffe schwingend, in der gesenkten Linken einen aufgekehrten goldenen Halbmond haltend; auf dem Spalt ein gespaltenes Schildchen, worin rechts im Blau ein aufgekehrter goldener Halbmond, darüber schwebend ein goldenes Hochkreuz, links in Grün ein schwarzes Posthorn.

 

   
von Cleen   Im Schild in Grün drei in Göppel mit den Spitzen zusammengestellte rote Kleeblätter.

 

 
von der Thaan   Im Schild in Rot ein mit Kopf und Schwanz unter sich zusammen gekrümmter schwarzer Huchen.

 

 
von Altorff   Schild dreimal silbern-blau geteilt.

 

 
Weiß von Würting   Im Schild in Schwarz eine grün eingefasste silberne Doppellilie.

 

   
   
die Flüsse
Moldau,
Enns,
Traun
  Im Schild in Rot drei silberne Balken für die von Thomas Seeauer regulierten Flüsse Traun, Moldau und Enns .

 

                           
                         
                         
                         

                         
                         
                         
Anerkennung für den Heldentod des Achaz im langen Türkenkrieg   Im Schild in Schwarz auf grünem Boden auf rennendem Rosse einen in der Rechten eine goldene Lanze mit rotem Fähnchen tragenden geharnischten rechts springenden Tournierreiter.

 

   
E für Königin Elisabeth 1311

A für Herzog Albrecht II. 1346

  Im Schild in Rot zwei silberne Salzstöcke nebeneinander, der rechte königlich gekrönt mit einem schwarzen Band umwunden, dieses mit einem goldenen E belegt.

Der linke Salzstock ist mit einem Erzherzogshut bedeckt und mit rotem Band umwunden, darauf ein goldenes A.

 

 

 

  A 

L für Kaiser
Leopold I. 1699
 

Im Schild in Gold ein schwarzer Doppeladler mit darüber schwebender Kaiserkrone, belegt auf der Brust mit einem goldenen L. Als kaiserliches Gnadenzeichen, bestätigt die Rechtsstellung der Grafen von Seeau als Lehensträger des Kaisers.

 

 

  L 

   
Kleinod derer von Thaan, Stammwappen   Der linke gekrönte Helm mit rot-silberner Decke trägt einen hohen mit dem Huchen belegten silber-gestulpten roten Hut.

 

 
Kleinod der Fieger von Hirschberg, Stammwappen.   Der zweite gekrönte Helm mit rechts schwarz-goldener links rot-silberner Decke trägt einen offenen Flug, rechts schwarz-silbern geteilt, aus der Teilungslinie wachsend ein schwarzes Gams links schwarz-golden geteilt, unten mit den drei Kleeblättern belegt.

 

 
Kleinod der Seeau, Stammwappen   Der mittlere mit einem Erzherzogshute bedeckte Helm trägt zwischen zwei in den Mundlöchern mit je zwei Pfauenfedern besteckten gold-schwarzen übereck geteilten Hörnern das "Kameel" auf dem Berge.

 

 
Kleinod der Schmidt von Schwarzenhorn, Stammwappen   Der vierte Helm ist gekrönt mit schwarz-goldener Decke den schwarzen Adler und der goldene Drachen zu einander stehend.

 

   
    Der rechte gekrönte Helm mit drei Straußenfedern, eine rot zwischen zwei silbernen besteckt [im Bild aber: Der rechte gekrönte Helm mit zwei schwarzen Straußenfedern zu einander geneigt].

 

   
   
„Adelige“ Bergleute   Den Schild halten zwei silbern gekleidete Bergleute mit schwarzen Schürzen, jeder auf einem grünen Bergwerke stehend, einen gekrönten Helm auf dem Haupte, welcher einen mit den Salzstöcken belegten grünen doppelten Straußenfederbusch trägt.  
E für Königin
Elisabeth 1311
Der rechte Bergmann mit schwarz-goldener Helmdecke trägt auf der rechten Schulter auf einem schwarzen Kissen in der Rechten einen schwarz-silbernen dreimal geteilten, oben in Schwarz mit dem goldenen E, im schwarzen Gürtel steckt ein schwarzes Bergeisen.
A für Herzog
Albrecht II. 1346
Der linke Bergmann mit rot-silberner Helmdecke auf der linken Schulter auf einem roten Kissen einen rot-silbernen dreimal geteilten, oben in Rot mit dem goldenen A belegten Salzstock, im roten Gürtel steckt ein rotes Bergeisen.