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| Blasonierung der Wappen der Grafen von Seeau | ||||
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Lexikon Genealogie Heraldik Blasonierung Seeau-Wappen Heraldik Blasonierung |
Hier eine Aufstellung der Blasonierung der einzelnen Felder und der Kleinodien der Helmzier in den Wappen der Familie Seeau, deren Deutung und Zuordnung. Der Aufbau der Wappen lässt Rückschlüsse auf die Zugehörigkeit zu einer bestimmten, oft geographisch weit verzweigten Adelssippe, zu. Die Syntax (also das Regelwerk für Aufbau und Komposition der Bildelemente) von Wappen und Kleinod ist durch die Regeln der Blasonierung festgelegt und hat besondere Bedeutung. |
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Hinweise zur Blasonierung finden sich auch im
Lexikon mit den speziellen Kapiteln über
Genealogie,
Heraldik und
Blasonierung.
Blasonierung ist die verbale Beschreibung des Wappens, die dann durch einen Heraldiker in ein entsprechendes Wappenbild umgesetzt werden kann. Bei der Kunstsprache der Wappenbeschreibung (von dem französischen Rückkehrwort Blason), geht es um die völlig exakte Beschreibung eines Wappens mit ausschließlich textlichen Mitteln. Die Wappenbeschreibung erfolgt in einer speziellen Fachsprache und vielen Fachbegriffen und -wendungen. Ein Wappen soll möglichst knapp und eindeutig beschrieben werden, dabei gibt es eine genau festgelegte Reihenfolge der Beschreibung einzelner Teile eines Wappens. Aufgrund einer korrekten Blasonierung kann ein Wappen eindeutig "aufgerissen" (erstellt) werden. |
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| Hauptstamm | ||||
| Stammwappen Seeau |
Im Schild in Gold mit aufgehobenem Fuße ein zum Laufen geschicktes schwarzes Kamel mit zurückfliegendem
rotem Zügel. Text von 1002, der in der Abschrift von 1300 vorliegt: In Gold ein Kamel in natürlichen Farben (in qua stet camelus in coloris naturalis), verliehen für die Tapferkeit vor dem Feinde, mit rotem, heftig fliegendem Zügel (cum freno rubro in aere volante) unter einer goldenen Krone, aus welcher zwei Büffelhörner wachsen, deren Rechtes oben Gold und unten Schwarz, das Linke aber oben schwarz und unten Gold ist. Aus jedem Horn erwachsen drei Pfauenfedern in natürlichen Farben. Der Harnisch aber ist gemischt von Gold und Schwarz. Über dem Schild ist ein silberner Spangenhelm mit Medaillon und goldener, dreizackiger Krone.
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| Das Kamel als Wappenfigur |
1340 in der Wappenrolle von Zürich findet sich auf dem ersten Pergamentstreifen auf der Vorderseite an erster Stelle ein Wappen ohne Zuordnung zu einem Geschlecht, das dem Stammwappen der Grafen von Seeau verblüffend gleicht: In Gold ein Kamel in natürlichen Farben mit fliegendem Zügeln und als Kleinod steht auf dem Helm das Kamel. Rechts daneben folgen die Wappen Kastilien und Leon, Aragonien und Schottland. Unter dem Wappen mit dem Kamel ist wieder ein Wappen ohne Zuordnung zu einem Geschlecht: In Gold ein wachsender roter Fuchskopf mit Hals, geöffnetem Maul mit weißen Zähnen und als Kleinod der Fuchskopf. Die Wappenrolle von Zürich ist die älteste im Original erhaltene Wappenrolle und enthält auf einem 4 m langen, 12,5 cm breiten Pergamentstreifen 559 Wappen aus Vorderösterreich, also die deutschsprachige Schweiz, Schwaben, das Elsass und das Bodenseegebiet. Der Stil, in dem die Wappen gemalt sind, sowie die bekannte Verwendungszeit der Wappen datieren die Rolle auf die Zeit um 1340. Die Fülle von Wappen aus dem Raum um den Bodensee lässt darauf schließen, dass die Wappenrolle dort angefertigt und verwendet worden ist. Das Kamel gilt von alters her als Symbol der Unerschrockenheit, Nüchternheit, der Mäßigung und Duldsamkeit, aber auch als Allegorie für den Fernhandel und die Kontinente Afrika und Asien. Bereits in der ägyptischen, sumerischen tritt wie in der mittelalterlichen Heraldik der Cameleopard als eine Mischung aus einem Kamel und einem Leoparden auf. Er hat die Größe eines Kamels und das Aussehen eines Leoparden, zusätzlich mit zwei langen gebogenen Hörnern. Die Teilnahme an einem Kreuzzug gilt als ein äußerst ehrenvolles und kühnes Unternehmen und so weisen viele Adelshäuser mit Wappenbildern darauf hin, wie z.B. ein Kreuz einen Löwen oder eben das Kamel. Ob zu Recht oder zu Unrecht ist natürlich fast Eintausend Jahre später kaum mehr zu klären. Dromedare oder Kamele sind in der Heraldik eher selten. Wappen mit Kamelen führen die Geschlechter: Beck, Borromeo-Arese, Boyeldieu, Calmels de Lestiez, Calmels d'Artensac, Camelus, Camelin, Gobbi, Caspar, Cuyper von Holthuysen, Dames, Dezirat, Dode de la Brunerie, Doguereau, Duchemin de Boisjousse (Boismorin, Baboissière), Faure, Gailhard, Gardaner, Hennequin, Joubert, Kröcher, Kug(e)lmann, Larrey, Leonhardi, Linas, Loke, Micholowski, Parent, Pflügl de Lissinetz, Pögl, Rampon, Romrée, Schmoltz, Schmoltz-Michorowski, Seeau, Styleman, Vitis, Wespin, Zäggl. Hier einige detaillierte Beispiele: Das Kamel im Wappen der Gobbi: Auf Silber ein himmelblaues Kamel. Das Kamel im Wappen der Kug(e)lmann: In Feld 1 und 4 ein gekörntes ruhendes Kamel. Feld 2 und 3 Balken. Helmzier mit silbern-roten Decken ein wachsender Mann. Das Kamel im Wappen der Pögl: Das Stammwappen von 1521 und 1538 ein in einer goldenen Krone wachsendes Kamel mit silbern-roten Decken. 1544 und 1570 in Feld 1 und 4 das Kamel, in Feld 2 und 3 eine Spitze (Wappen der Puggl). Dieses Kamel wird in Feld 1 und 4 an die Stadl vererbt. Das Kamel im Wappen der Seeau: In Feld 1 und 4 auf Gold ein naturfarbenes Kamel auf grünem Rasen. In Feld 2 und 3 ein Kranz [gemeint ist wohl der See in der Au]. Das Kamel im Wappen der Zäggl: 1576 aus dem Dreiberg wachsend ein Kamel. 1611 wächst das Kamel aus dem Schildfuß und wird oben beiderseits von einem Stern begleitet. Ein Kamel im Wappen führen auch die Organisationen, Städte und Länder: Plzen, Baku (Hauptstadt Aserbaidshans), City of Stoke-on-Trent, 1696 die Company of Scotland. 1993 Eritrea, innerhalb eines Olivenkranzes ein Dromedar in natürlichen Farben, auf dem Schriftband steht der Staatsname in Englisch, Tigre und Arabisch.
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1340 das Kamelwappen in der Züricher Wappenrolle
200 Jahre später das Wappen der Seeauer
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| Familienname |
Im Schild in Grün ein
länglicher silberner See als sprechendes Wappen.
1582 heißt es in der Wappenbesserung: In Grün eines „Langletten Seegestalt seiner natürlichen Wassefarb“. Nach der legalisierten Diplomabschrift im Landesarchiv war 1558 den Seeauern das gleiche Wappen, jedoch mit einem gekrönten, geschlossenen Stechhelm, verliehen von Kaiser Ferdinand I.
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| Verwandte | ||||
| von Cronenberg | Schild gespalten, rechts in Rot eine goldene Krone, links in Silber 4 (2, 2) schwarze Eisenhütlein. |
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| Schmidt von Schwarzenhorn |
Schild gespalten, rechts
in Gold ein gekrönter schwarzer Adler, im rechten Fang das Reichsschwert, im
linken das Szepter haltend, links in Schwarz ein aufgerichteter goldener
Drache mit offenen Flügeln, einen schwarzen Turban auf dem Kopfe, in der
rechten Vorderkralle einen Türkensäbel mit goldenem Griffe schwingend, in
der gesenkten Linken einen aufgekehrten goldenen Halbmond haltend; auf dem
Spalt ein gespaltenes Schildchen, worin rechts im Blau ein aufgekehrter
goldener Halbmond, darüber schwebend ein goldenes Hochkreuz, links in Grün
ein schwarzes Posthorn.
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| von Cleen |
Im Schild in Grün drei
in Göppel mit den Spitzen zusammengestellte rote Kleeblätter.
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| von der Thaan |
Im Schild in Rot ein mit
Kopf und Schwanz unter sich zusammen gekrümmter schwarzer Huchen.
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| von Altorff |
Schild dreimal
silbern-blau geteilt.
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| Weiß von Würting |
Im Schild in Schwarz
eine grün eingefasste silberne Doppellilie.
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| Schilde | ||||
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die Flüsse Moldau, Enns, Traun |
Im Schild in Rot drei
silberne Balken für
die von Thomas Seeauer regulierten Flüsse
Traun, Moldau und
Enns .
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| Anerkennung für den Heldentod des Achaz im langen Türkenkrieg |
Im Schild in Schwarz auf
grünem Boden auf rennendem Rosse einen in der Rechten eine goldene Lanze mit
rotem Fähnchen tragenden geharnischten rechts springenden Tournierreiter.
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E für Königin
Elisabeth 1311 A für Herzog Albrecht II. 1346 |
Im Schild in Rot zwei
silberne Salzstöcke nebeneinander, der rechte königlich gekrönt mit einem
schwarzen Band umwunden, dieses mit einem goldenen E belegt.
Der linke Salzstock ist mit einem Erzherzogshut bedeckt und mit rotem Band umwunden, darauf ein goldenes A.
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E A |
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L
für Kaiser Leopold I. 1699 |
Im Schild in Gold ein schwarzer Doppeladler mit darüber schwebender Kaiserkrone, belegt auf der Brust mit einem goldenen L. Als kaiserliches Gnadenzeichen, bestätigt die Rechtsstellung der Grafen von Seeau als Lehensträger des Kaisers.
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L |
| Helmzier | ||||
| Kleinod derer von Thaan, Stammwappen |
Der linke gekrönte Helm
mit rot-silberner Decke trägt einen hohen mit dem Huchen belegten
silber-gestulpten roten Hut.
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| Kleinod der Fieger von Hirschberg, Stammwappen. |
Der zweite gekrönte Helm
mit rechts schwarz-goldener links rot-silberner Decke trägt einen offenen
Flug, rechts schwarz-silbern geteilt, aus der Teilungslinie wachsend ein
schwarzes Gams links schwarz-golden geteilt, unten mit den drei Kleeblättern
belegt.
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| Kleinod der Seeau, Stammwappen |
Der mittlere mit einem
Erzherzogshute bedeckte Helm trägt zwischen zwei in den
Mundlöchern mit je zwei Pfauenfedern besteckten gold-schwarzen übereck
geteilten Hörnern das "Kameel" auf dem Berge.
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| Kleinod der Schmidt von Schwarzenhorn, Stammwappen |
Der vierte Helm ist
gekrönt mit schwarz-goldener Decke den schwarzen Adler und der goldene
Drachen zu einander stehend.
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Der rechte gekrönte Helm
mit drei Straußenfedern, eine rot zwischen zwei silbernen besteckt [im Bild
aber: Der rechte gekrönte Helm mit zwei schwarzen Straußenfedern zu einander
geneigt].
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| Schildhalter | ||||
| „Adelige“ Bergleute | Den Schild halten zwei silbern gekleidete Bergleute mit schwarzen Schürzen, jeder auf einem grünen Bergwerke stehend, einen gekrönten Helm auf dem Haupte, welcher einen mit den Salzstöcken belegten grünen doppelten Straußenfederbusch trägt. |
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E für Königin
Elisabeth 1311 |
Der rechte Bergmann mit schwarz-goldener Helmdecke trägt auf der rechten Schulter auf einem schwarzen Kissen in der Rechten einen schwarz-silbernen dreimal geteilten, oben in Schwarz mit dem goldenen E, im schwarzen Gürtel steckt ein schwarzes Bergeisen. | |||
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A
für Herzog Albrecht II. 1346 |
Der linke Bergmann mit rot-silberner Helmdecke auf der linken Schulter auf einem roten Kissen einen rot-silbernen dreimal geteilten, oben in Rot mit dem goldenen A belegten Salzstock, im roten Gürtel steckt ein rotes Bergeisen. |
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