Die Ritter von Schwarzenhorn werden bereits vor 1200 erwähnt, dieses Rittergeschlecht stirbt 1512 aus. Dem Dr. Georg Leopoldt wird 1582 das Prädikat Leopoldt von Schwarzenhorn verliehen, dieses Geschlecht erlischt 1740. Johann Rudolf Schmid wird 1658 das Prädikat Schmid von Schwarzenhorn verliehen, dieses Geschlecht erlischt 1664 mit dem Tod von Johann Rudolf.    
         
Schreibweisen   von Schwarzhorn, von Schwarzenhorn, Leopoldt, Leopold, Lepold von Schwarzenhorn

 

   
Abstammung   I. Ritter von Schwarzenhorn: Altes Adelsgeschlecht aus Vorarlberg bzw. aus der Schweiz. Die Stammburg derer von Schwarzenhorn steht in Satteins bei Feldkirch.

II. Leopoldt von Schwarzenhorn: Die Familie Millner aus Münchberg in Oberfranken zieht nach Tirol, wo sie den Namen "Leopold" (Lepold) annimmt. Schließlich werden sie als Leopold von Schwarzenhorn nobilitiert.

III. Schmid von Schwarzenhorn: Die Wiege des berühmten Johann Rudolf Freiherrn Schmid von Schwarzenhorn steht in Stein am Rhein.

 

   
Verbindung   Johann Maximilian von Seeau (1623-1683) oo Maria Anna, Tochter des Rudolf Schmid Freiherr zu Schwarzenhorn und der Helena von Feldstöck. (1) Maximilian Ludwig (2) Franz Anton (3) Maria Karolina (4) Anton (5) Viktoria (6) Carl Joseph.

Die Grafen von Seeau sind mit den Geschlechtern der Leopoldt von Schwarzenhorn, über die Fieger von Hirschberg und direkt mit den Schmid von Schwarzenhorn verwandt. Aber auch mit  Ritter von Schwarzenhorn sind die Grafen von Seeau über die Ritter von Reinach verwandt.

 

   
   
Wappen I   In Schwarz ein silberner Löwe. Kleinod: Der Löwe wachsend.
Hans Jakob Leopold von Schwarzhorn, Rom 26. Mai 1578 im Stammbuche II, 10.

 

   
Die älteren Schwarzenhorn  

0842 Satteins bei Feldkirch ist eines der ältesten Siedlungsgebiete des Walgaus. Reste einer groß angelegten, befestigten Fluchtsiedlung der Bronzezeit auf Vatlära. An der uralten Wegverbindung Rheintal-Walgau über die Senke des Schwarzen Sees sieht man Reste einer römischen Portikusvilla (Bau aus dem 1. bis 3. Jahrhundert in der "Rühe“). Die frühmittelalterliche Ansiedlung ist im rätischen Güterverzeichnis von 0842 mit dem Namen "Sataginis“ auch als Standort einer Kirche erwähnt.

1200< die Ritter von Schwarzenhorn erbauen die Burg Schwarzenhorn in Satteins bei Feldkirch.

1299 Berchtold von Reinach († 1347), Sohn des Jakob von Reinach und der Adelheid von Hallwil, Ritter am 6. März 1299. 2.oo 1299 Anna von Schwarzenhorn.

1358 Valentin Schwarzhorn wird erwähnt, nochmals 1369

1405 die Burg der Ritter von Schwarzenhorn in Satteins Bezirk Feldkirch wird zerstört.

1472 Michael Schwarzhorn wird erwähnt

1512 das Geschlecht der Ritter von Schwarzhorn erlischt

 

   
Leopoldt von Schwarzhorn  

1407 Christian Millner, Bürger der Stadt Münchberg in Oberfranken, zieht mit seiner Gattin Gertrud nach Tirol, wo er den Namen "Leopold" (Lepold) annimmt. (1) Johann Leopoldt, genannt Millner w.f.

Johann Leopoldt, genannt Millner (* Münchberg, † um 1478), oo Agnes von Baumkirchen (aus Passeier). Drei Kinder: (1) Kunigunde, Gattin des Johann Tum († um 1484). (2) Heinrich, Bürger von Innsbruck w.f. († um 1519 Innsbruck), oo Elisabeth Saurwein, Tochter des Jakob Saurwein, Landrichter von Sonnenburg. (3) Elisabeth, oo Christian von Alpershofen.

Heinrich Leopold hat sechs Kinder: (1) Maria oo Rupert von Rindsmaul († 1538), Stadtrichter von Brixen. (2) Elisabeth oo Hans Neiner-Höchtenburg. (3) Jakob und (4) Katharina, beide jung verstorben. (5) Dr. theol. Nikolaus von Leopoldt, Domherr in Brixen (1525), Pfarrer von Fließ (1521), († um 1532 in Brixen). (6) Dr. med. Georg I. von Leopoldt w.f. († 1569) oo Barbara von Hofstatt († 1600), Erbin des Edelsitzes Hofstatt (Hofstätterhof) bei Neustift (Brixen).

Dr. Georg Leopoldt hat acht Kinder: (1) Hans Jakob I. oo 11.5.1579 Anna von Rech-Rechegg († Juli 1593), Tochter des Balthasar von Rech, kauft Gravetsch und Rechegg (Villanders) und erhält hiezu das Recheggsche Wappen (27.10.1581). (2) Georg II. von Leopoldt w.f. (3) Rosina (* 1540, † 31.1.1605 in Klausen), oo 1563 mit Michael von Lutz zu Glatsch, Hauptmann († 17.6.1582 Klausen). (4) Hieronymus († 1573) , (5) Johann Chrysostomus I. († 1575) oo 1550 Regina von Söll († 13.1.1573), Tochter des Peter von Söll. (6) Sidonie († 1605) oo 1559 Johann von Goret-Seeburg jun. (1635). (7) Jakob († 1571) oo 1558 mit Sara von Gall-Ainsidl († 1574), Tochter des Stefan von Gall. (8) Karl Christof Jesuit († 14.5.1588) und berühmter Kanzelprediger in Innsbruck, Domherr in Brixen.

1572 Dr. Georg Leopoldt wird als Rat des Fürstbischofs von Brixen, in den Adelstand des genannten Fürstentums erhoben und vom Bischof Christoph III. im Jahre 1582 mit dem Edelsitz Bichl bei St. Martin im jetzigen Gerichtsbezirk Bruneck belehnt. Bichl hieß von einem ausgestorbenen Adelsgeschlechte, das ihn besessen hatte, auch Schwarzhorn. Die Leopold schreiben sich infolge der erwähnten Belehnung "von Schwarzhorn" und später Schwarzenhorn, erwerben die Edelsitze Hofstatt bei Brixen, Schloss Gravetsch auf Villanders bei Klausen und durch die Heirat des Jans Jakob mit Anna Rehen den Edelsitz Rechegg, ebenfalls auf Villanders, werden vom Erzherzog Ferdinand ddo. Innsbruck 27. Oktober 1581 ermächtigt, mit rotem Wachse zu siegeln und ihr Wappen mit dem Wappen des ausgestorbenen Geschlechtes Rehen zu vermehren, legen später ihren Geschlechtsnamen Leopold ab und schreiben sich "von Schwarzenhorn zu Hofstatt und Gravetsch". Nach ihrem Aussterben gehen die zwei letzten Prädikate auf die Lachmiller über.

1582 Georg II. Leopoldt von Schwarzenhorn ist brixnerischer Hofrat, Richter und Pfleger von Feldthurns, oo Agathe von Ech († 29.5.1611), Tochter des Johann von Ech und der Susanne von Berglas. 1572 erhält er den fürstbischöflichen Adelsstand. Diese Nobilitierung wird am 12.5.1584 durch Verleihung des Reichsadels von Kaiser Rudolf II. bekräftigt. Georg wird mit dem Edelsitze Bichl, in der Gemeinde St. Martin bei Bruneck, belehnt. Von dem 1512 erloschenen Edelgeschlechte Schwarzhorn I wird dieser Edelsitz "Schwarzenhorn" genannt, welchen Namen Georg von Leopoldt 1572 als Prädikat annimmt.

Georg II. Leopoldt von Schwarzenhorn hat drei Kinder: (1) Georg III. († jung am 2.9.1584). (2) Barbara († 1635) oo Johann Reichert (Tobel am Bodensee). (3) Hans Gaudenz w.f.

Hans Gaudenz I. Leopoldt von Schwarzenhorn († 8.1.1631 in Brixen) fürstbischöflicher Hofrat und Haushofmeister ist enger Vertrauter des Fürstbischofs.

1598 Hans Gaudenz I. Leopoldt von Schwarzenhorn oo am 10.10. Ursula Fieger von Hirschberg († 1618).

1611 Hans Gaudenz I. von Schwarzenhorn ist am 14.9. bei einer Zusammenkunft in Bozen, bei der er sich um die Bewilligung eines Hochzeitsgeschenkes und anderer Geldgeschäfte handelt, am 16.4.1614 nimmt er am Ausschusskongress in Bozen teil, am 13.9.1614 empfängt er als fb. Gesandter in Linz die fb. Lehen aus der Hand des Kaisers Matthias, am 12.8.1624 reist er nach Wien zu seinem Fb. Erzherzog Karl, am 20.11.1624 wohnt er dem Ausschusskongress in Innsbruck bei.

1625 Hans Gaudenz I. von Schwarzenhorn empfängt am 10.10.er in Wiener Neustadt die kaiserlichen Regalien, am 17.4.1626 kann er an der großen Reise des Fürstbischofs, zur Hochzeit des Erzherzogs Leopold in Innsbruck nicht teilnehmen weil er als "Hof-Hausmeister, wegen des Hauswesens zu Hofe verbleiben muss". Am 4.5.1626 fährt er als Gesandter des Domkapitels zum Landtag nach Innsbruck, am 5.1.1627, beteiligt er sich in Innsbruck an einer Konferenz wegen Eintreibung der Hinterlassenen Schulden des Fb. Erzherzogs Karl, am 3.5.1627 begibt er sich nach Trient, um dort die Wahlurkunde des neuen Fb. Daniel Zenn nach Rom weiterzuleiten, am 10.10.1627 entsendet ihn der Fürstbischof wegen der ausständigen Gelder des verstorbenen Fb. Erzherzog Karl nach Wien.

1631 Hans Gaudenz I. stirbt etwa 70-jährig in Brixen, er ist eine viel beschäftigte und in den heikelsten Missionen verwendete Persönlichkeit des Brixner Reichsfürsten.

Hans Gaudenz I. hat dreizehn Kinder: (1) Hans Gaudenz II. († 26.7.1637) oo 11.11.1631 Elisabeth Maria von Enzenberg (* 31.8.1611, † 1657), Tochter des Georg von Enzenberg und der Johanna von Welsperg (* 1600, † 1681). (2) Maria Brigitta (* 23.7.1604, † 1639) erbt Schloss Schwarzenhorn von Ihrem Vater, oo 1625 Cornel De Paule-Römerzheiden, brixnerischer Rat (* 1600, † 1663). (3) Maria von Leopoldt († 1673) erbt von Ihrem Vater den Edelsitz Hofstatt, oo 1626 Hans Michael von Lachmiller, brixnerischer Rat († 1669). (4) Regina Katharina (* 3.9.1605, † 31.1.1670) oo 1626 Hans Leonhard von Klebelsberg (*1603, † 11.7.1655), Landesmilizhauptmann. (5) Anna Agathe (* 7.3.1593) und noch acht jung verstorbene Kinder.

Johann Chrysostomus I. († 1575) hat vier Kinder: (1) Johann Chrysostomus II., Domherr in Brixen († 1592). (2) Hans Christof († 6.3.1575), oo 1576 Anna von Rasen-Reischach († 29.6.1577). (3) Hans Kaspar († ledig). (4) Eva oo Erasmus Albmayr, Stadtrichter von Bruneck.

Jakob († 1571) hat vier Kinder: (1) Magdalena († Hall, 1625) oo Christof Campo. (2) Regina oo Samuel von Seemann-Mangern (* 1540, † etwa 1610). (3) Barbara († 1619), oo Ludwig Barth von Harmating. Barbara erbt Schloss Schwarzenhorn, das sie dem Hans Gaudenz von Leopoldt, ihrem Vetter, verkauft.

Hans Jakob I. hat fünf Kinder: (1) Hans Jakob II., brixnerischer Rat, († 28.4.1634), oo 15.4.1614 Regina von Enzenberg (*13.9.1593, † 17.3.1661), Tochter des Michael von Enzenberg. (2) Georg-Sigmund ledig. (3) Barbara Anna († 1619 in Hall), oo Ludwig von Hiltprandt-Reinegg, Schlosshauptmann in Ambras. (4) Baltasar (* 1.7.1580), oo Dorothea von Winkelhofen, Tochter des Georg von Winkelhofen und der Margarete Kröll; er besitzt die Schlösser Gravetsch und Rechegg. (5) Bonaventura († 1626 in Hall ermordet) oo Sara Auer, deren Sohn Johann Chrysostomus († ledig).

Hans Jakob II. hat vier Kinder: (1) Hans Jakob III. (* 1624, † 9.6.1676), brixnerischer Rat, 1649-1664 Richter in Anras, oo Ursula von Baltheser-Lewenfeldt († 1702), Tochter des fb. Hofkanzlers Baltasar von Baltheser. Ursula kauft nach dem Tode ihres Gatten 1677 den Leopoldt-Hof (früher Leutpold-Hof) in Milland bei Brixen. (2) Anna Katharina (* 24.2.1615) 1.oo Hans Christof von Goldegg (1687), 2.oo August von Koller-Kollegg in spanischen Kriegsdiensten, Hauptmann an der Etsch, erhält 1658 das Prädikat "von und zu Kollegg". (3) Franz und (4) Wilhelm sterben ledig.

Balthasar hat sieben Kinder: (1) Hans Paul oo Elisabeth von Mayrhofen († 1693). (2) Anna oo Christof von Troyer-Aufkirchen (1670). (3) Georg, (4) Christof, (5) Baltasar, (6) Franz und (7) Elisabeth sind jung verstorben.

Mitgliedern der Familie, die sich dem Priesterstande widmen: Pater Heinrich (* Brixen, † 1728); Pater Ferdinand (* Brixen, † 1688); Pater Zirill (* Brixen, † 1739), in den Jahren 1710-1711 und 1716-1719, Kapuziner-Gurdian in Meran und Pater Johann Christof, der 1660 in den Kapuzinerorden eintritt.

Hans Jakob III. hat drei Kinder: (1) Rechtina oo Anton Bartolomäus Mayr von Mayrhofen († 1730), Stadtrichter in Klausen und Konsistorialrat. (2) Hans Jakob IV. († jung). (3) Dominik von Leopoldt w.f

1740 Pater Dominik Leopoldt von Schwarzenhorn (* 1652) stirbt als Kapuzinermönch und Letzter seines Geschlechts um 1740.