| © Stiftung Seeau | Absicht | Ursprung | Linien | Frauen | Sagen | Ansitze | Kompendien | Medien | Home | News | Map | © | ||
| Lexikon | Salzwirtschaft | |||
| Adel Genealogie Heraldik Landsknechte Glaube Bergbau Salzwirtschaft |
Dieses Lexikon liefert einen wirtschafts- und sozialgeschichtlichen
Überblick über die Salzwirtschaft:
bergbauliche Technologie, Salzgewinnung, Transporttechnik,
Arbeitsorganisation, Situation der Angehörigen verschiedener Berufe ebenso
wie Konjunktur, die Absatzstrategien und landesherrlicher Finanzinteressen. Im ergänzenden Lexikon über Bergbau werden Informationen über den Abbau und Gewinnung von Silber, Eisen und Kupfer gegeben. Die Monografien über Salz beschreiben die geologische Entstehung, die Techniken des Abbaus, den Wirtschaftsfaktor des "Weißen Goldes" und die historische Bedeutung von Salz. |
Wollen Sie zu einem Wort mehr wissen? Dann aktivieren Sie mit einem Doppelklick darauf einen Suchdienst nach diesem Begriff. | ||
|
Monographien Salzkultur Salzgewinnung Salz als Heilmittel |
||||
| A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | XYZ | ||||
AAmtsgegenschreiber ist ein Kontrollorgan für alle wirtschaftlichen Vorgänge um das Salz im Salzkammergut. Ab 1745 heißt der Inhaber dieses Amtes Einnehmer. BBauamt ist der zuständige Betrieb zur Durchführung der Bauten des Salzamtes als Teil der Salzoberamtskassa. Bergbau macht Fürsten und Gewerken reich. Eine altdeutsche Bergordnung sagt: "Jeder Arbeiter soll seiner Arbeit froh werden, denn der Mühe und Arbeit Schirm und Schutz sollen die Gesetze sein". Die Arbeitszeit und die Schichten sind genau geregelt, gewöhnlich betragen sie 8 Stunden des Tages. Kaiser Ferdinand I. (1558-1564) schreibt für Österreich vor: "Jeder Arbeiter soll, wie von Alters herkommen, Vor- und Nachmittags, eine halbe Schicht, d.h. vier Stunden arbeiten." Auch der Arbeitslohn ist festgeschrieben und kann nicht plötzlich verringert werden. "Die Bergmeister", sagt eine Bergordnung "sollen ein Bedenken haben, dass sie den Bergleuten ein ziemlich Lohn machen und ordnen, davon Sie sich erhalten können." Kranke und arbeitsunfähige Bergleute werden aus der Knappschaftskasse unterhalten, auch ihre Witwen und Waisen erhalten daraus Gnadengehalte. Bergrechte sind spezielle Rechtsvorschriften für den Begbau. So etwa wird 1581 der unverschuldete Aufenthalt der Salzschiffer (Ledigung) geregelt "alle obermelt ledigungen, wie sich die immer durch gottes gwalt oder andere verhindernussen zutragen, nur das der schifman dieselben nicht mit eigner schuld verursache, sollen fuer rechte ledigungen erkennt und dem schifman ohne widerred bezalt werden." Berufe
C D EEinnehmeramt 1563 wird nach einer Verwaltungsumstellung aus dem Amtsgegenschreiber (siehe dort) der "Einnehmer". 1745 wird das Einnehmeramt in zwei Ämter aufgeteilt: Salzoberamtsbuchhalterei und Salzoberamtskassa. FFächer (Fachl) sind Flechtzäune im Flussbett, die den durch das Öffnen einer Klause bewirkten Wasserstoß in ein gemeinsames Rinnsal leiten. Dadurch wird der Fluss auch in Verzweigungsbereichen und an den seichten Stellen wenigstens für kurze Zeit schiffbar. Bei der Herstellung dieser "Fachl" steht eine ganz besondere, sehr primitiv aber auch robust gebaute Bootsform in Verwendung, der so genannten Nursch. Fasselstößer besorgen das Beladen und Entladen der Zillen. Fassen ist die Zuteilung von Naturalien wie Salz, Hofkorn oder auch Geld. GGegenzug flussaufwärts schleppen von Zillen. Großkufenhandelsamt dient der Kontrolle des Salztransports zu Wasser, als Teil der Salzoberamtskassa. H"hal" steht im Mittelhochdeutschen für Salz, Salzquelle und Salzwerk. Das keltische „hall“ bedeutet soviel wie "Stätte der Salzbereitung". αλας oder αλς (halas oder hals) heißt auf Altgriechisch Salz. Aus dem Gotischen ist kein direktes Wort für Salz bekannt, aber das Wort „saltan“ für salzen ist auf uns gekommen. Hallstatt, Hallein, Bad Hall, Reichenhall, Schwäbisch Hall, Halle an der Saale sind typische Namen für Salzstätten mit der Silbe "hal". Halokinese betrifft alle Vorgänge, die ursächlich mit der schwerkraftabhängigen Bewegung von Salzen in Gebirgsformationen zusammenhängen. Hingeberinnen sind die nach etwa vier Jahren unbrauchbar gewordene Zillen, die als Brennholz verkauft werden. Hofschreiberamt dem Salzamt untergeordnete Einrichtung. Holzhauer fällen und transportieren das für Hütten und Salinen in enormen Mengen benötigte Holz aus den Wäldern, die vor allem zur Befeuerung der Pfannen und zum Beheizen der Dörrkammern für die Salztrocknung notwendig sind. Sie arbeiten meist selbständig. Der Transport ist der gefährliche Teil der Arbeit. Die Holzhauer sind äußerst selbstbewusst, entstammen meist dem Kleinbauerntum, können unter glücklichen Umständen aber auch höhere soziale Stellungen erreichen und sind im späten Mittelalter ständisch den Bergleuten gleichgestellt. I J KKipfengraber sind Holzknechte, die in den Wäldern nach Wurzeln suchen, die die richtige Krümmung für den Kiel und die Schiffsrippen haben, diese ausgraben, vorrichten und in die Schiffswerften bringen. Klause ist ein Stauwerk mit einer Art Schleuse an einem See oder Fluss, das in der Lage ist Wasser zu stauen und durch das "Schlagen" der Klause abzugeben. So schwillt der Fluss kurzzeitig durch den erhöhten Wasserstand, sodass dann der Fluss schiffbar ist. Klausmeister ist der Verantwortliche für die Klausanlagen, mit denen der Schifffahrt und der Flößerei das Überwinden seichter Stellen ermöglicht wird. Für den Kaiser war die Arbeit des Thomas Seeau immerhin wichtig genug, ihn für seine Verdienste in den Grafenstand zu erheben, ob er vor dem Bau der Klause bereits ein Adelsprädikat hatte, lässt sich derzeit nicht feststellen. Klauswasser ist jener Wasserschwall, der durch das Öffnen der Klause die Frachtschiffe über alle Untiefen tragen soll. Kleitzler und Küfer fertigen aus Pfannhausscheitern (astfreies Holz) die Salzfässer. Sie sind selbständige Zulieferer, die hölzerne Fässer (Kufen) für den Salztransport herstellen, unabhängig von der Lohnarbeit in der Saline. Bodenbrettersägeknechte, Daubenstückknechte und Falzdaubensägeknechte sind Handwerker, die auf die Herstellung von Küfeln (Salzbehältern) spezialisiert sind. Kufe siehe Salzkufe LLaugverfahren bei dem die Sole durch Auslaugen eines Hohlraums aus dem umliegenden Gestein gewonnen wird. Die Sole wird dann in riesige Sudpfannen geleitet. In diesen Pfannen wird das Wasser verdampft und das zurückbleibende Salz gedörrt. Ledigung unverschuldeter Aufenthalt der Salzschiffer. MMautner besorgt die Verrechnung der einfließenden Mautgebühren und muss für die Instandhaltung der Wasserbauten der Traun Sorge tragen. Mutterlauge ist der Rücksand der Sole, der nach dem Ausfällen des Natriumclorids übrig bleibt. Sie enthält die schwerer löslichen Bestandteile wie Magnesium- und Calciumclorid, Glaubersalz und andere Salze. NNauführer ist der Kapitän einer Zille, der die Ruderknechte kommandiert. OObersalzversilberungsamt dient der Kontrolle des Salztransports zu Lande, als Teil der Salzoberamtskassa. Obersteiger ist der erster Steiger, dem die Leitung und Überwachung der Arbeiten unter Tage sowie die Aufsicht über die Steiger obliegt. PPfannen ist auch die Bezeichnung für Siederechte. Pfannhauser ein im Sudbetrieb tätiger Arbeiter. Pfannhäuser sind Sudbetriebe, Dörrstätten und Verpackungsorte für das Salz. Pfieseln siehe Pfannhäuser. Pfieselheizer dörren das beim Transport nass gewordene Salz nach. Q R SSaliator Salzhändler Salifex Salzhändler Salinarius Salzsieder Salzamt ist ein landesfürstliches Amt, das für die
Verwaltung des gesamten oberösterreichischen Salinenwesens zuständig ist. Der Amtssitz ist
im Kammerhof in Gmunden. Salzamtmann ist das höchste Amt im Salzkammergut, ihm obliegt die Leitung des gesamten Salzwesens. Salzaufleger ein niederer Beamter der Salzsteuerverwaltung Salzer transportieren als Fuhrleute das weiße Gold auf der Straße. Salzfertiger oder Salzspediteur der mit Gewinnung, Verpackung und Transport der Handelsware Salz betraute Marktbürger, die durch den Salzhandel zu Reichtum und Ansehen kommen. Die Salzfertiger sind nicht nur für die Erzeugung des Salzes, sondern übernehmen immer mehr auch den Handel des Salzes auf eigenes Wagnis und eigenen Gewinn. Nass gewordenes Salz wird durch "Dörren" wieder getrocknet. In den Werften der Salzfertiger werden die vielfältigen Bote für die Salzwirtschaft gebaut. Die als Rückfracht eingeführten Handelsgüter bringen oft mehr Gewinn als das eigentliche Salzgeschäft. Die Habsburger erkennen 1311 (Königin Elisabeth) den Berufstand des Salzfertigers per Dekret an und schaffen ihn 1849 (Kaiser Franz Joseph) wieder ab. Salzfüller ein Zollbeamter, der das Salz zu messen hat Salzgeld zählt zum Natural- bzw. Nutzgeld und taucht in verschiedenen voneinander unabhängigen Frühkulturen auf. Römische Legionäre bekommen zusätzlich zu ihrem Sold eine Ration Salz als Lohn, das "salarium", später in Geld ausbezahlt. Davon leitet sich die Bezeichnung "Salär" (frz. salaire) für Lohn und Gehalt von Soldaten und Beamten ab, der sich bis heute erhalten hat. Über den reinen Tauschwert hinaus wurde Salzgeld als Zahlungsmittel in Neuguinea, Birma, Borneo, Südchina, Tibet und bei einer Reihe von afrikanischen Völkern in Äthiopien, Angola, Mali, Zaire und Guinea verwendet. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit wird in manchen Gebieten Afrikas Salz mit Gold im Verhältnis 1:1 getauscht. Salzkufe bedeutet "Bottich, Bütte". Der noch mdal. gebrauchte Gefäßname (mhd. kuofe, ahd. kuofa, asächs kopa) ist aus mlat. copa, einer Nebenform von lat. cupa "Kufe, Tonne" entlehnt. Die Salzkufe ist also das Fass, die Tonne, in der Salz gelagert oder transportiert wird. Sie ist auch das Attribut des Heiligen Ruppert. Salzlader, Salzsender Salzfuhrmann Salzmutter oder Salzmütter ist ein Zollbeamter, der das Salz zu messen hat Salzoberamt heißt das Salzamt ab 1745. Salzoberamtsbuchhalterei ist zuständig für die Durchführung der Rechnungsrevision. 1745 aus dem Einnehmeramt entstanden. Salzoberamtskassa ist zuständig für die eigentliche Geldgebarung, 1745 aus dem Einnehmeramt entstanden, mit folgenden Ämtern: Großkufenhandelsamt, Obersalzversilberungsamt, Bauamt. Salzschiffer transportieren das weiße Gold auf dem Wasserweg. Die Salzschiffe werden maist samt ihrer Salzfracht verkauft. Die leeren Schiffe dann von den Traunreitern wieder mit Waren beladen und im Gegentrieb traunaufwärts gebracht. Auch Holz ist ein wichtiges Handelsgut, die Baumstämme werden für den Transport auf den Flüssen zu Flößen zusammengebunden. Salzsee ist ein abflussloses Binnengewässer, bei dem der Zufluss geringer ist als die Verdunstung; dadurch erhöht sich allmählich der Salzgehalt des Seewassers so stark, dass das Salz teilweise sogar ausgefällt wird. Salztektonik ist die allgemeine Bezeichnung für tektonische Strukturen, die durch Halokinese hervorgerufen werden. Salzverwitterung ist die mechanische Verwitterung des Salzes. Bei der Auskristallisation von Salz in Gesteinshohlräumen kommt es zu einer Volumenzunahme des Salzes, durch die der Gesteinsverband aufgelockert wird. Sie hat eine mechanische Wirkung zur Folge, die Frostsprengung entspricht. Salzverweser ist der Betriebsleiter einer Sudhütte. Scheibler ist ein Fuhrmann, der Salz in Blöcken oder Scheiben befördert. Schiffreiter, siehe Traunreiter. Siederechte werden auch Pfannen genannt. Sole, in Wasser gelöstes Salz mit einer Vollgrädigkeit (maximalen Sättigung) von 27% Salz. TTraunbauern sind für die Fahrt flussaufwärts verantwortlich und bringen die mit Handelswaren "betauchten" Zillen zurück ins Salzkammergut. Transportiert werden ertragreiche Waren wie Tuche und Wein. Mit zwei oder drei kräftigen Rössern werden die Zillen flussaufwärts gezogen. Traunknechte sind Binnenmatrosen, die die Zillen durch alle Schwierigkeiten, gefährliche Stromschnellen und unheilvolle Untiefen der Traun flussabwärts steuern. Traunreiter führen und reiten die Pferde, mit denen Schiffe gegen den Strom flussaufwärts bewegt werden. Die Pferde und die Reiter bewegten sich dabei auf den Treppelwegen (Treidelwegen) beidseits des Ufers, die Schiffe sind über Taue oder Ketten mit den Gespannen verbunden. Traunrösser sind schwere Arbeitspferde die die Schiffe flussaufwärts ziehen. Triftverfahren ist die Transporttechnik des Holzes auf einem Fluss. U VVerweseramt ist eine dem Salzamt in Gmunden untergeordnete Verwaltungseinheit in Ischl, Ebensee, Stadl, Lambach, Wels, Zizlau, Enghagen, Mauthausen und Linz. WWasserseher sind Beamte, denen die Beobachtung des Wasserlaufs und seines Zustands obliegt. X Y ZZillen sind Ruderbote mit geringen Tiefgang. Es gibt unter anderem: Herrenfuderzillen, Mautamtszillen, Neunerzillen, Kobelzillen, Geschirrplätten, ... |
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| © Stiftung Seeau | Top | Map | Webdesign |